NV Griesebigger

Chronik der "Griesebigger"

Immer wieder wurde in den letzten 60 Jahren der Versuch unternommen, in dem damaligen Hemigkofen-Nonnenbach und späteren Kressbronn eine organisierte Fasnet zur Pflege alten Brauchtums aufzubauen. Leider kam dieses Bemühen damals nie über größere Anfänge hinaus und flammte jeweils nur zur Fasnetszeit wieder auf.

Nach dem zweiten Weltkrieg - wo die Menschen sich wieder nach Freude und Unterhaltung sehnten , gestalteten die Aktiven des Sportvereins jeweils am Fasnetsdienstag einen Kinderumzug, zu dem sich jährlich mehr Gruppen Erwachsener dazugesellten. Diese Entwicklung ermutigte 1957 die AH (Alte Herren-Abteilung) des Sportvereins, einen größeren Fasnetsumzug mit Elferrat und Prinzenpaar zur organisieren. Schnell konnte man feststellen, daß jung und alt mit Begeisterung mitmachten.

Zunächst übernahmen Ernst Unkel und Georg Kreisle gemeinsam die Aufgabe, die notwendigen Vorbereitungen zur Gründung eines Narrenvereins zu treffen. Im Laufe des Jahres 1958 war es dann soweit, daß offiziell der Narrenverein "Rot-Weiß" gegründet werden konnte. Zum ersten Präsidenten und damit zum Vereinsvorstand wurde Georg Kreisle gewählt, während Ernst Unkel zum Vizepräsident bestellt wurde.

Das neue Präsidium, unterstützt von einem sehr aktiven Vereinskomitee. So wurde der bis zu diesem Zeitpunkt von der Musikkapelle durchgeführte Bürgerball vom jungen Narrenverein übernommen und erstmals 1959 als Heimatball im Engelsaal aufgeführt.

Bei der Suche nach einem neuen, der Tradition entsprechenden Namen, kam der Vorschlag "Griesebigger" mit dem Schlachtruf "Stari-Staro". Bereits 1960 war dann die Vereinssatzung erstellt, der Verein ins Vereinsregister eingetragen und damit der Verein zu Pflege von Volks- und Brauchtum Narrenverein Griesebigger e.V. etabliert.

In der Folgezeit zogen immer größer werdende Griesebiggerscharen in der Fasnetszeit durch die Lande und es braucht wohl keineswegs hervorgehoben werden, daß dieser Name "Griesebigger" nach den gefräßigen Staren, welche zur Kirschenzeit den Bauern so manche Sorge bereiten, gewählt wurde. Somit entstand auch der Schlachtruf,

 

den jedes Kind in Kressbronn heute kennt -
S t a r i - S t a r o !

 

Dieser Tradition entsprechend wurden so dann zwei Maskengruppen ins Leben gerufen, die Griesebigger und die Starenscheucher. Häser und Masken wurden entworfen und angeschafft oder angefertigt und es entwickelte sich gerade in diesen Gruppen ein sehr reges und von vielfältigen Ideen getragenes Leben. 

Im Verein war man immer bestrebt, die Jugend für die Pflege dieses Brauchtums zu begeistern und immer mehr Jugendlich wurden aktiv in den Gruppen tätig.

Die ersten Griesebigger trugen an ihrem Häs noch fedrige Flügel. Die muss man ihnen im Laufe der Zeit gestutzt haben, denn das neue Häs ist zwar farbenfroher, aber flügellos. Ihr närrisches Treiben rief kurze Zeit später die Starenscheucher auf den Plan.

Griesebigger und Starenscheucher stellen heute rund zwei Drittel der aktiven Mitglieder im Narrenverein Kressbronn, zu denen sich später noch die Damen und Herren des Komitees, die fesche Prinzengarde und die Schalmeiengruppe gesellten.

Die Originalmaske der Griesebigger schuf Anton Rommel. Sie wurde 1961 beim Heimatball vorgestellt. Im Jahr darauf entstanden die Starenscheucher nach dem Vorbild der Vogelscheuchen. Ihr Maskenentwurf kam von Franz Schmid aus Kressbronn. Zusammen mit Anton Frey fertigte er die ersten sechs Masken aus Lindenholz.

Diese Entwicklung und die finanzielle Lage des Vereins ermöglichte es 1970, einen lang gehegten Wunsch zu realisieren und eine Schalmeiengruppe aufzustellen.

Mit all diesen inzwischen gut ausgestatteten Gruppen konnte man bei vielen Veranstaltungen im In- und Ausland teilnehmen.

Im Laufe dieser Jahre verstand man es vortrefflich, die Jugend einzureihen und deshalb entschloß sich Präsident Georg Kreisle sen., nach 22-jährigem ununterbrochenem Wirken für den Verein, die Führung in jüngere Hände zu geben. Eine jüngere Vorstandschaft hat damit das Erbe ihrer Väter übernommen.